EU-Parlament verleiht Sacharow-Preis für geistige Freiheit an zwei Iraner

Auszeichnung für Menschenrechtlerin Sotoudeh und Filmemacher Panahi

Das Europäische Parlament hat heute den Sacharow-Preis für geistige Freiheit an die iranische Anwältin und Menschenrechtsaktivistin Nasrin Sotoudeh und an den iranischen Filmregisseur Jafar Panahi verliehen.

 

Die beiden Preisträger wurden für ihren Einsatz für Meinungsfreiheit und gegen politische Unterdrückung in Iran gewürdigt. Sotoudeh hat als Rechtsanwältin zahlreiche Frauen, aber auch politische  Gefangene, die zum Tode verurteilt wurden, in Iran vertreten. Sie sitzt derzeit eine elfjährige Haftstrafe in einem iranischen Gefängnis ab, das für Folter berüchtigt ist. Panahi, dessen Filme in Iran verboten sind, thematisiert die Gewaltherrschaft und prangert die untergeordnete Stellung der Frauen in Iran an. Derzeit ist er nicht inhaftiert.

 

Sabine Verheyen, stellvertretendes Mitglied der Delegation für die Beziehungen zu Iran im Europäischen Parlament, beglückwünscht die Preisträger und bewundert ihren Mut: „Ungeachtet der Konsequenzen für das eigene Leben leisten diese beiden Freiheitskämpfer unermüdlichen Widerstand gegen die Unterdrückung der Bevölkerung. Angesichts der prekären Situation im Land wird ihnen durch die Verleihung des Preises großer Respekt gezollt. Das Entscheidungsgremium hat sich mit dieser einstimmigen Wahl klar gegen das Regime in Iran gewandt.“

 

Der mit 50.000 Euro dotierte Preis wird seit 1988 an Menschen und Organisationen verliehen, die sich in besonderem Maße für Menschenrechte und Meinungsfreiheit einsetzen. Die Kandidaten wurden vom außenpolitischen Ausschuss vorgeschlagen. Die eindeutige Entscheidung fiel heute in der Konferenz der Präsidenten, der die Fraktionsvorsitzenden und der Präsident des Europaparlaments angehören. Die feierliche Preisverleihung ist für den 12. Dezember in Straßburg vorgesehen.  

 

 



 

 

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