EU-Parlament verleiht Sacharow-Preis für geistige Freiheit an den Gynäkologen und Menschenrechtsaktivisten Denis Mukwege 

Das Europäische Parlament hat heute den Sacharow-Menschenrechtspreis an Denis Mukwege verliehen. Der 59-jährige Gynäkologe Mukwege aus der Demokratischen Republik Kongo wird für seinen Einsatz für weibliche Opfer sexueller Gewalt ausgezeichnet. Mukwege hatte 1999 das Panzi-Krankenhaus in Bukavu eröffnet, in dem er Frauen und Mädchen behandelt, die Opfer von Missbrauch, Vergewaltigung oder sexueller Verstümmelung wurden. 

Selbst nach dem offiziellen Ende des Krieges in der Demokratischen Republik Kongo finden immer wieder Kämpfe im Osten des Landes statt. Frauen und Mädchen in Kriegsgebieten, nicht nur im Kongo sondern auch in anderen Teilen der Erde, sind den Kriegsparteien schutzlos ausgeliefert. Vergewaltigungen und Verstümmelungen werden dabei oftmals als Mittel zur Kriegsführung eingesetzt. Dies ist eindeutig ein Kriegsverbrechen.

Dass der Sacharow-Preis in diesem Jahr an Mukwege geht, ist für die Aachener Europaabgeordnete Sabine Verheyen (CDU) ein wichtiges Zeichen und ein starkes Signal gegen die Gewalt an Frauen und Kindern. „Mukwege leistet mit seiner Arbeit Großes in der Demokratischen Republik Kongo. Er hat seit den 1990er Jahren Tausende Frauen und Mädchen  behandelt. Jedoch konzentriert sich Mukweges Arbeit nicht ausschließlich auf die medizinischen Belange. Er engagiert sich ebenso politisch, indem er die Grausamkeiten dokumentiert und wiederholt verantwortliche Tätergruppen öffentlich benennt. Er setzt sich mit tiefster Überzeugung für den Schutz der Frauen ein. Dieses Engagement wird heute zu Recht mit dem Sacharow-Preis gewürdigt", sagte Verheyen unmittelbar nach der Preisverleihung.

Ein Höhepunkt in Mukweges politischem Engagement war seine Rede vor den Vereinten Nationen über die Verbrechen im Kongo und in Ruanda und sexualisierte Gewalt als Mittel der Kriegsführung am 25. September 2012. Mukwege rief die Weltgemeinschaft auf, sexualisierte Gewalt einhellig zu verurteilen und die Vergewaltiger wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu verurteilen.

Der mit 50.000 Euro dotierte Sacharow-Preis wird seit 1988 an Menschen und Organisationen verliehen, die sich in besonderem Maße für Menschenrechte und Meinungsfreiheit einsetzen. Die Kandidaten werden vom außenpolitischen Ausschuss des Europäischen Parlaments vorgeschlagen. Die endgültige Wahl wird in der Konferenz der Präsidenten, der die Fraktionsvorsitzenden und der Präsident des Europaparlaments angehören, getroffen.