Spatenstich für Forschungsbau „Center for Digital Photonic Production“ (CDPP) 

Vor genau sechs Monaten wurde an der RWTH Aachen der Forschungscampus „Digital Photonic Production“ eröffnet. "Mit dem ersten 

Spatenstich für das neue Forschungsgebäude „Center for Digital Photonics Production“ (CDPP) gehen wir gemeinsam nun den nächsten Schritt", sagte der Parlamentarische Staatssekretär Thomas Rachel MdB.

 

Thomas Rachel MdB:

„Ein Spatenstich zeigt zweierlei: Wir schaffen gemeinsam etwas Neues – und:        Wir haben noch ein gutes Stück Arbeit vor uns.

Schließlich gilt es, die RWTH Aachen mit dem Gesamtkonzept „Digitale Photonische Produktion“ zu dem Standort für diese neue Fertigungstechnik in Deutschland, ja wahrscheinlich weltweit zu machen.

 

In Hinblick auf die Leitmärkte der Zukunft, wie z. B. Gesundheit, Mobilität und Energiewirtschaft, kommt der Photonik – also der Nutzbarmachung des „Werkzeugs Licht“ – eine entscheidende Bedeutung für eine nachhaltige gesellschaftliche Entwicklung zu. Die Anforderungen der Wirtschaft an hochgradig präzise und flexibel einsetzbare Fertigungsmethoden steigen stetig an; das „Werkzeug Licht“ bietet hier die seitens der Wirtschaft gewünschte – und benötigte – exakte Dosier- und Steuerbarkeit.

 

I.

Immer wieder bringt die Photonik in Deutschland bahnbrechende Erkenntnisse und preiswürdige Innovationen hervor; und immer wieder gilt: Es braucht Ausdauer, um zum Erfolg zu kommen, zum wissenschaftlichen Durchbruch, zu den Anwendungen und in die Märkte. Dabei hilft die Projektförderung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.

 

Der Ultrakurzpulslaser, die LED für die Allgemeinbeleuchtung und das Lichtmikroskop mit bisher ungekannter Schärfe, mit dem Stefan Hell vom Max-Planck-Institut in Göttingen mit dem Nobelpreis für Chemie im Jahr 2014 ausgezeichnet wurde – das BMBF hat diesen Ideen früh eine Chance gegeben, die Akteure aus Wissenschaft und Wirtschaft zusammengebracht und auch in schwierigen Phasen unterstützt; und genau so muss es sein:

 

Forschung und Innovation brauchen verlässliche Partnerschaften. Wichtig ist dabei eine durchgängige Wertschöpfungskette von der Grundlagenforschung bis hin zu Transfer und Verwertung. Das ist das tragende Prinzip unserer Hightech-Strategie der Bundesregierung.

 

II.

An der RWTH Aachen hat diese Partnerschaft zwischen Wirtschaft und Wissenschaft eine lange Tradition und zeigt sich beispielhaft am Forschungscampus „Digital Photonic Production“, auf dem mit knapp 30 Partnern alle Innovationstreiber – Forschungseinrichtungen, Global Player sowie kleine und mittlere Unternehmen aus der Aachener Region – vertreten sind.

 

Aufgrund des Facettenreichtums der Photonik-Forschung gilt es, neue Modelle der Zusammenarbeit auch in der fachlichen Breite zu entwickeln und die verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen, wie die Materialtechnik, Physik, Medizin, Elektrotechnik, Maschinenwesen und die Wirtschaftswissenschaften, fakultätsübergreifend zu vernetzen.

 

In drei integrativen Forschungsfeldern soll deshalb künftig hier im Forschungsneubau an grundlegenden Methoden und Technologien geforscht werden.

 

Die generative Fertigung aus Metallen hat mittlerweile bereits eine hohe Bekanntheit erlangt; weniger bekannt dürften erste Ansätze zu generativen Fertigungsverfahren von Halbleiter- oder Biomaterialien sein.

 

Die Erforschung von Herstellungsmethoden für solche Biomaterialien beispielsweise ist eine zentrale Herausforderung für die Entwicklung komplexer Organstrukturen oder zukünftiger Implantate. Auch müssen wir der Frage nachgehen, wie wir diese neuen Fertigungsverfahren effektiv in die industrielle Prozesskette integrieren.

 

Der künftige Forschungsbau bietet die Voraussetzungen, die wir für die Beantwortung solcher Fragestellungen benötigen:

Projektspezifisch gebildete Teams werden in einer integrierten Forschungsumgebung und einer langfristig – konkret: einer auf 15 bis 20 Jahre – angelegten Forschungsprogrammatik zusammengeführt.

 

Den hierfür erforderlichen Raum zur Entfaltung, zur Vernetzung und zur Erzeugung von Synergien bereiten wir – im wahrsten Sinne des Wortes – am heutigen Tage mit dem ersten Spatenstich vor; wie – und vor allem wo – könnte so etwas besser möglich sein als mit dem Bau eines neuen zentralen Forschungsgebäudes für die Photonik hier im Erweiterungsgebiet Melaten der RWTH!

 

III.

Die finanziellen Rahmenbedingungen für den Forschungsneubau schaffen Bund und Land gemeinsam. In diesen Bau investiert alleine mein Haus knapp 28 Millionen Euro.

 

Das ist gut investiertes Geld: Für exzellente Forschung und für den Wirtschaftsstandort Deutschland.

 

Um das hohe Qualitätsniveau der deutschen Forschung langfristig zu erhalten, benötigen wir neben der Freiheit der Wissenschaft auch gute Arbeitsbedingungen für die Forschenden sowie eine exzellente Forschungsinfrastruktur.

 

Alleine das BMBF stellt deshalb jedes Jahr rund 300 Millionen Euro bereit, um bedeutende Forschungsbauten und Großgeräte an Hochschulen zu fördern. Seit Beginn der Förderung sind hierdurch 122 Forschungsbauten mit rund 1,75 Milliarden Euro aus Bundesmitteln gefördert worden.

In Zusammenarbeit mit den Ländern schafft der Bund damit verlässlich die Voraussetzungen, dass deutsche Hochschulen im internationalen Wettbewerb an der Spitze stehen.

 

III.

Für Forschung und Innovation kommt es auf jede Hochschule, jede Forschungseinrichtung, jedes Projekt und jede Initiative an. Um exzellente Forscherinnen und Forscher zu gewinnen, bedarf es dabei der frühzeitigen und abgrenzbaren Herausbildung von  Forschungsschwerpunkten.

 

Das ist der RWTH Aachen in hervorragender Weise gelungen. Die Schwerpunktsetzung auf die Ingenieurs- und Naturwissenschaften sowie die überragende Vernetzung haben das Profil der Universität und der Forschungseinrichtungen geschärft und dazu beigetragen, dass sich die RWTH zu einem herausragenden Forschungsstandort mit internationaler Strahlkraft entwickelt hat. Das belegen nicht zuletzt auch die zahlreichen Erfolge der RWTH in der Exzellenzinitiative, dem Wettbewerb unter den forschungsbesten Universitäten.

 

Bis Ende 2017 werden die erfolgreichen Universitäten im Rahmen der Exzellenzinitiative noch gefördert. Die Dynamik, die die Exzellenzinitiative in das deutsche Wissenschaftssystem gebracht hat, und deren Erfolg wollen wir aber auch danach erhalten. Insofern sollen die für die Exzellenzinitiative bisher bereitgestellten Mittel auch künftig mindestens im gleichen Umfang für die Förderung exzellenter Spitzenforschung an Hochschulen zur Verfügung stehen. Darauf haben sich die Regierungschefinnen und Regierungschefs von Bund und Ländern verständigt. Eine neue Initiative wird dabei auch die neuen verfassungsrechtlichen Gestaltungsspielräume mit einbeziehen, die sich mit Wirkung vom 1. Januar 2015 ergeben haben.

 

IV.

Auf den etwa 4.300 m² Nutzfläche wird sich nach der Fertigstellung nicht nur ein Rahmen für grundlegende Forschungsarbeiten bieten. Unsere Hoffnung und Erwartung ist, dass sich auch vielfältige und übergreifende Verknüpfungen mit den Projekten des BMBF-Forschungscampus und mit den elf themenspezifischen Forschungsclustern, die derzeit ebenfalls hier auf dem Gelände entstehen, ergeben.

 

Insofern freue ich mich, dass wir heute mit dem ersten Spatenstich des CDPP einen weiteren Schritt unternehmen, um den Forschungs- und Wissenschaftsstandort Deutschland in einem so wichtigen Forschungsfeld wie der Photonik zu stärken.“

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