Region Aachen-Düren beweist Spitzenstellung in der Energieforschung

Neue Forschungsinitiative zur Energiewende - 230 Partner in vier Projekten starten dieses Jahr

 

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat heute die vier ausgewählten „Kopernikus-Projekte für die Energiewende“ bekannt gegeben. In diesen Projekten werden über einen Zeitraum von zehn Jahren gemeinsam von Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft technologische und wirtschaftliche Lösungen für den Umbau des Energiesystems entwickelt.

Mit dem Start der Kopernikus-Projekte geht die größte Forschungsinitiative zur Energiewende in vier Schlüsselbereichen in die Umsetzung: Der Entwicklung von Stromnetzen, der Speicherung überschüssiger erneuerbarer Energie durch Umwandlung in andere Energieträger, der Neuausrichtung von Industrieprozessen auf eine fluktuierende Energieversorgung und dem verbesserten Zusammenspiel aller Sektoren des Energiesystems.

 

„Das Forschungszentrum Jülich ist an zweien und die RWTH Aachen an allen der vier Projekt-Konsortien beteiligt. Beide Einrichtungen zeigen damit, dass Sie an der Spitze der deutschen Energieforschung stehen. Besonders freut mich, dass Herr Prof. Leitner von der RWTH Aachen Sprecher des Projekts ‚Power to X‘ sein wird“, sagte Thomas Rachel, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung und Bundestagsabgeordneter des Kreises Düren.

 

Die vier erfolgreichen Konsortien werden nun ihre Vorschläge weiter ausarbeiten und sollen bereits in diesem Jahr mit den Forschungsvorhaben beginnen. Die Projektlaufzeit ist in drei Phasen unterteilt, so dass eine Anpassung an aktuelle Entwicklungen und Forschungsergebnisse ermöglicht wird.

 

Für die erste Förderphase bis 2018 stellt das BMBF für alle Projekte zusammen bis zu 120 Millionen Euro bereit. Für die ausgewählten Vorhaben des Forschungszentrums Jülich und der RWTH Aachen sind davon rund 17 Mio. Euro vorgesehen.

 

Die erfolgreichen Projekt-Konsortien sind:

 

Speicherung von Überschussstrom („Power-to-X“): Zuschlag erhielt das Konsortium unter der Führung von Professor Leitner der RWTH Aachen, dem Forschungszentrum Jülich und des Dechema Forschungsinstitutes. Insgesamt sind in diesem Projekt 62 Partner beteiligt. Das Projekt möchte großtechnische Voraussetzungen erarbeiten für die Speicherung von mehr als 90% der zukünftigen Erneuerbare Energien-Überschüsse in Form von chemischen Grundstoffen, gasförmigen Energieträgern und Kraftstoffen.

 

Neue Netzstrukturen: Zuschlag geht an das Konsortium ENSURE unter der Leitung von Professor Holger Hanselka des Karlsruher Institut für Technologie, der RWTH Aachen, E.ON, TenneT TSO GmbH, Siemens AG und ABB. Insgesamt sind in diesem Projekt 21 Partner beteiligt. Die Partner wollen eine sinnvolle Struktur aus zentraler und dezentraler Versorgung erarbeiten und daraus konkrete Vorschläge für die zukünftige Netzgestaltung ableiten. Damit könnten die Kosten für den Netzausbau erheblich verringert werden, die nach derzeitigem Stand alleine bis zum Jahr 2025 mit bis zu 34 Milliarden Euro veranschlagt werden.

 

Darüber hinaus wird es zwei weitere Projekte geben. Das Projekt SynErgie, an dem die RWTH Aachen mit zwei Teilprojekten beteiligt ist, nimmt die Neuausrichtung von Industrieprozessen auf eine fluktuierende Energieversorgung in den Blick. Das Projekt ENAvi, an dem ebenfalls die RWTH Aachen beteiligt ist, setzt sich mit der Systemintegration und dem gesamtgesellschaftlichen Transformationsprozess des Energiesystems auseinander.

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